(Text KL/ST – Photo Mandy Kretschel / Pixelio www.pixelio.de) – Dass Frankreich das Land der Liebe ist, das weiß man. Dass sich das aber so deutlich in den demographischen Daten niederschlägt, das überrascht doch. Ein neues Papier des Berlin-Instituts (http://www.berlin-institut.org/) mit dem Titel „Ungleiche Nachbarn. Die demografische Entwicklung in Deutschland und Frankreich verläuft gegensätzlich – mit enormen Langzeitfolgen.“ zeigt Überraschendes auf.
Seit 1972 ist in Deutschland die Bevölkerung rückläufig, was bedeutet, dass mehr Menschen sterben als geboren werden und das wiederum heißt, dass wir tatsächlich langsam weniger werden. In Frankreich hingegen ist der Trend entgegen gesetzt. Jährlich wächst die Bevölkerung um durchschnittlich 0,5 %, alleine im letzten Jahr um 350.000 kleine Franzosen. „Ja, das liegt doch sicher an den vielen Einwanderern in Frankreich!“, denken jetzt sicher einige. Falsch gedacht – die Franzosen machen ihre Kinder zu vier Fünfteln ganz alleine. Da müssen wir uns in Deutschland in Zukunft ganz schön ‚ranhalten… ![]()
Malen wir mal etwas schwarz: Nach Berechnungen der Statistikämter wird Deutschland bis 2050 einen Bevölkerungsschwund von 8 bis 14 Millionen Menschen erfahren. Statistisch gesehen wird dadurch unsere Fußball-Nationalmannschaft deutlich schwächer werden und was noch schlimmer ist, durch diesem demographischen Wandel wird der Arbeitsmarkt große Probleme bekommen, ausreichend Fachkräfte zu finden. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wird Frankreich erstmals mehr Einwohner haben als Deutschland. Da auch der Altersdurchschnitt in Frankreich etwas jünger ist als in Deutschland, darf man damit rechnen, dass Mitte des Jahrhunderts die Wirtschaftskraft Frankreichs vor der deutschen liegen wird.
Doch woran liegt es, dass die Franzosen offensichtlich mehr Freude am Kinderkriegen haben als die Deutschen? Einer der Gründe, so der Bericht des Berlin-Instituts, ist dass Frankreich eine sehr lange Tradition einer aktiven und positiven Familienpolitik hat. So ist der Bereich der Kinderbetreuung in Frankreich besser organisiert, viele Kinder gehen bereits mit 3 Jahren in die „Ecole Maternelle“ und das wiederum ermöglicht jungen Müttern einen schnelleren Wiedereinstieg ins Berufsleben. Da sich in Deutschland nach den gesellschaftlichen Veränderungen in den 70er und 80er Jahren auch viele junge Frauen im Beruf verwirklichen wollten, es aber nicht die Möglichkeiten der Kinderbetreuung wie in Frankreich gab, bekam diese Generation eben einfach weniger Kinder.
Und wer jetzt noch nicht verstanden hat, dass die Lösung der demographischen Probleme von morgen in deutschen Schlafzimmern liegt, der sollte sich folgenden Anreiz vor Augen halten: wer „Amour“ in den Mittelpunkt seines Daseins betrachtet, hat nicht nur mehr vom Leben, sondern lebt auch länger. In Frankreich werden die Frauen im Schnitt 84,4 Jahre alt (Deutschland: 82,3 Jahre) und die Männer 77,5 Jahre (Deutschland 76,9).
Also – wenn Sie am Wochenende nicht gerade auf dem Rheinfest oder bei der Straßburger Museumsnacht sind, sollten Sie vielleicht einfach die Zeit nutzen und ein paar volkswirtschaftlich sinnvolle, lebensverlängernde Maßnahmen ins Auge fassen!







