
(KL, Karikatur Rainer Blocher, Photo FCE) – Was 2005 mit samstäglichem Training im Garten der Zwei Ufer begann, hat sich mittlerweile zu einem ausgewachsenen Fußballverein entwickelt – der FC Eurodistrikt macht das politische Konzept der Integration zwischen Deutschland und Frankreich zu einem konkreten sportlichen Erlebnis.
Mehr als 50 Mitglieder und 60 Kinder kicken zusammen, lernen voneinander, dass „Ecke“ ganz französisch „Corner“ heißt, ein „hors-jeu“ ein Abseits ist und dass die Nationalität keinen Unterschied im Geruch in den Umkleidekabinen macht. Hier begegnen sich junge, jüngste und ältere Bürgerinnen und Bürger des Eurodistrikts und sorgen dafür, dass dieses Thema nicht in angestaubten Aktenordner verschimmelt, sondern munter und fröhlich auf dem grünen Rasen gelebt wird.
Neben dem Sport, der laut Präsident Ralf Kittler im Vordergrund steht, hat der FC Eurodistrikt gleich mehrere Vorreiterfunktionen: im Moment bemüht man sich um die Regelungen, damit ein europäischer Verein gegründet werden kann, denn bisher sind Vereine wie der FC Eurodistrikt oder auch das Bürgerforum Eurodistrikt (wir berichteten) gezwungen, sich eine deutsche und eine französische Doppel-Struktur zu geben. Und dabei ist der FCE auch nach außen offen, was unter anderem eine Partnerschaft mit dem FC Gilsdorf in Luxemburg zeigt.
Dazu hat Ralf Kittler etwas Einmaliges geschafft: der FC Eurodistrikt ist gleichzeitig Mitglied im deutschen Fußballbund (DFB), im französischen Fußballbund (FFF), sowie in den regionalen Verbänden Südbadens (SBFV) und des Elsass (LAFA). Und wieder einmal ist die Zivilgesellschaft den offiziellen Stellen zwei Schritte voraus: während anderswo über die großen Schwierigkeiten debattiert wird, packt man im Sport eben einfach an und macht die Dinge.
Auch der FC Eurodistrikt ist stark mit anderen Vereinen vernetzt, die sich im grenzüberschreitenden Raum bewegen. Das ist auch notwendig, denn wie auch andere grenzübergreifende Strukturen, die konkret das umsetzen, wovon die Politik seit Jahren nur redet, wird auch der FCE nicht durch öffentliche Gelder unterstützt. Natürlich, wo man das zur Verfügung stehende Geld für eitle Selbstdarstellung und endlose Schwafel-Meetings ausgeben muss, bleibt nichts mehr übrig für konkrete Projekte der Verständigung, des Austauschs und der grenzübergreifenden Jugendarbeit. So konkret und bürgernah will man den Eurodistrikt dann eben auch nicht haben, da beschäftigt man sich doch lieber mit der Frage, wie man Strafzettel besser auf der jeweilig anderen Seite eintreiben kann. Das ist ja auch viel wichtiger.
Doch der FC Eurodistrkt steht erst am Anfang. Ralf Kittler plant die Gründung des ersten europäischen Fußballvereins und wer ihn kennt, der weiß, dass er nicht eher ruhen wird, bis auch die UEFA den FCE offiziell anerkennt. Und dann fehlt eigentlich nur noch die FIFA und wer weiß, vielleicht spielt bei der WM-Qualifikation 2022 auch der Eurodistrikt CUS-Ortenau mit. Warum nicht? Wales darf ja auch mitmachen. Und genauso wichtig ist es den Verantwortlichen des FCE, dass bis dahin die Kids ordentlich dribbeln, verschieben, passen und Tore schießen lernen. Das interessiert die Kinder nämlich zuallererst.
Verständlich der Wunsch, den Ralf Kittler an die öffentlichen Stellen richtet: er wünscht sich eine aktive Förderung von bürgerschaftlichem Engagement mit europäischem Hintergrund. Und seine Mitbürger fordert er auf, die Sprache des Nachbarn zu lernen, global zu denken, global zu handeln und europäisch zu fühlen. Das tun nämlich die Mitglieder des FC Eurodistrikt schon seit Jahren.
Kontakt, Anmeldung und Informationen unter www.fc-eurodistrict.com










