Dr. Hans-Günther CLEV: Für einen strukturierten Austausch zwischen den EVTZ

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(Red – Photo KL) – Dr. Hans-Günther Clev ist Generaldirektor der in Paris angesiedelten MOT (Mission Opérationnelle Transfrontalière), einer Organisation, welche die neuen Eurodistrikte, Euroregionen und Eurometropolen bei deren Entstehung unterstützt und diese untereinander vernetzt. In der kommenden Woche wird 2Ufer-2Rives die Arbeit der MOT vorstellen.

Herr Dr. Clev, Sie sind Generaldirektor der MOT und arbeiten an der Vernetzung der neuen europäischen Grenzstrukturen. Warum eine solche Vernetzung?

HGC: Es geht letztlich um zwei Dinge: Erfahrungsaustausch und Interessenvertretung. Der Erfahrungsaustausch wird immer wichtiger, weil einerseits die grenzüberschreitenden Projekte komplexer werden (Krankenhaus, Trambahn etc.) und daher einen langen und kostspieligen Vorlauf erfordern, den es zu verkürzen gilt, anderseits weil es darum geht, die neueren Mitgliedstaaten von dem Erfahrungsvorsprung der älteren profitieren zu lassen, damit es schneller geht und Fehler nicht wiederholt werden. Die gemeinsame Interessenvertretung ist ebenfalls wichtig, da die Ausrichtung der europäischen Prioritäten erheblichen Einfluss darauf haben wird, ob diese Nahtstellen Europas zusammenwachsen. Den Grenzgebieten eine Stimme zu geben zwischen Fachinteressen (Finanzwesen, Klima, Arbeitsmarkt)und nationalen Interessen ist daher eine wichtige Aufgabe im Kontext des europäischen Einigungsprozesses.  

Sind die einzelnen Strukturen an dieser Art der Vernetzung interessiert und nutzen sie die dabei entstehenden Möglichkeiten des
Austauschs?

HGC: Eindeutig ja. Auch wenn es wichtig ist, Komplementaritäten herauszuarbeiten, Doppelstrukturen und damit Doppelarbeit zu vermeiden, gilt das alte Credo: zusammen sind wir stärker. Und es erweitert das Lösungsspektrum, hilft die Vielfalt Europas zu nutzen und nicht nur als Komplexität wahrzunehmen und kann den einzelnen Netzwerken helfen, kostengünstiger zu arbeiten, Synergien zu entwickeln, was oftmals nötig ist, da die meisten Strukturen mit knappen Ressourcen auskommen müssen. Die Möglichkeiten des Austausches werden bislang noch unzureichend genutzt, wenn, dann vor allem in Seminaren und Konferenzen oder auf informellen Wege. Es mangelt noch an System, was zum Teil auch an ganz praktischen Problemen liegt, wie der Zersplitterung der vorhandenen Projektdatenbanken oder auch an Sprachproblemen, die nicht ganz zu unterschätzen sind.

Wie erklären Sie sich die zum Teil völlig unterschiedlichen Modelle der Bürgerbeteiligung in den einzelnen Strukturen?

HGC: Eine eindeutige Antwort gibt es dafür nicht. Ich kann lediglich zwei beeinflussende Faktoren ansprechen: Bürgerbeteiligung ist einerseits ein Zeichen einer gewissen Reife des Kooperationsprozesses, der über weite Strecken überwiegend von öffentlichen Verwaltungsstellen getragen wurde. Es ist dann der Ausdruck des Bewusstseins, dass etliche Lebensbereiche eben nicht durch die öffentliche Verwaltung geprägt sind und daher die Mobilisierung der Zivilgesellschaft für diese Thematik unabdingbar ist: von der Privatwirtschaft über Kultur, Kunst bis hin zum Sport oder den Medien usw. Der zweite Faktor ist eher regionalspezifisch: gibt es gemeinsame Wurzeln, eine gemeinsame Identität oder zumindest eine gemeinsame Sprache, ist die Bürgerbeteiligung und darin eingeschlossen der Dialog unter den Bürgern viel einfacher als dort, wo dies nicht der Fall ist. Gebiete wie das Baskenland oder Katalonien sind da im Vorteil.

Welche Rolle sollte IHRER Meinung nach die Zivilgesellschaft beim Aufbau dieser Strukturen spielen?

HGC: Die sog. Zivilgesellschaft macht in einer Zeit, da die öffentliche Hand auf lokaler und staatlicher Ebene zwischen der Macht der weltweiten Märkte, der Zunahme des Gewichts der EU und im Kontext einer Liberalisierung und Privatisierung ehemals öffentlicher Dienstleistungen steht, einen immer größeren Teil dessen aus, was das Leben der Bürger in den Grenzregionen ausmacht. Die öffentliche Hand sollte vor allem rechtliche und administrative Hindernisse beseitigen oder helfen, Lücken in der Versorgung oder Defizite in der Erreichbarkeit zu überwinden. Und, wenn ich dies hinzufügen darf, Kreativität und Initiativen fördern, ohne aber alles und jedes vorzugeben, sondern Spielräume für die Zivilgesellschaft schaffen. Daher wäre es gut, dass Vertreter der Zivilgesellschaft in diesen Strukturen eine Stimme bekommen.  

Man hört, dass es schon bald eine Art Dachverband der EVTZ geben soll. Können Sie uns da Näheres verraten?

HGC:
Wir haben im Zuge des URBACT-Projektes „EGTC“, das sich auf die Entwicklung grenzüberschreitender Governance-Strukturen bezieht und das die MOT als Lead-Partner gesteuert hat, festgestellt, dass der Austauschbedarf zwischen EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit), und solchen, die dies oder ähnliches planen, groß ist. Diese neuen Rechtsinstrumente stoßen auf wachsendes Interesse, sind aber in der praktischen Anwendung noch mit vielen Fragen behaftet. Ein Dachverband könnte den Erfahrungsaustausch organisieren und zugleich Probleme, die sich aus der EU-Richtlinie oder deren z.T. unterschiedlichen Übertragung in die jeweiligen nationalen Rechtssysteme ergeben, zusammenführen und auf geeigneter Ebene vortragen, damit die erforderlichen Anpassungen vorgenommen werden. Ein wichtiger Adressat ist dabei der Ausschuss der Regionen, der die Umsetzung dieses Rechtsinstrumentes begleitet, dessen Überprüfung im August 2011 ansteht.      

Mehr Informationen gibt es, wenn Sie HIER klicken!
 

Le shopping même le week-end

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(KL/CP – photo shortsands www.sxc.hu) – Le monde a changé. Il y a trente ans, personne n’aurait considéré le «shopping» comme un passe-temps. Au «bon vieux temps», les gens faisaient les courses par nécessité, mais pas pour le plaisir de dépenser de l’argent.

     De nos jours, le «shopping» relève carrément de l’acte civique, histoire de relancer la consommation pour rehausser la conjoncture avec le secret espoir de faire redémarrer le moteur d’une économie en panne. Bonne nouvelle pour ceux qui s’adonnent avec plaisir au sauvetage de notre civilisation : ce week-end, le «shopping» sera possible même le dimanche dans l’Ortenau. Pas partout, car l’autorisation d’ouvrir les magasins et commerces n’est accordée qu’avec parcimonie, en général trois ou quatre fois par ans. A ces occasions, les villes revêtent leurs atours de fête et les magasins s’investissent dans des animations sympathiques dans l’espoir de fidéliser la clientèle.

     Ce dimanche, ce sera le tour d’Offenbourg et d’Oberkirch. Cela constituera peut-être une occasion de découvrir à la fois la capitale de l’Ortenau qui est Offenbourg ou bien le fief des vignerons de l’Ortenau qu’est Oberkirch. A Oberkirch se trouve d’ailleurs le seul panneau de circulation en Allemagne indiquant le chemin de Strasbourg utilisant la cathédrale comme visuel. Ce qui se révèle peu étonnant finalement, Oberkirch ayant appartenu à un moment donné de l’histoire aux évêques strasbourgeois ; par ailleurs, les liens entre les deux villes ont toujours été forts.

     Sans vouloir gâcher le plaisir d’un tour de lèche-vitrine le dimanche, il serait dommage de réduire la visite outre-Rhin aux seuls commerces et magasins. Car Offenbourg et Oberkirch offrent bien plus de choses à découvrir que des magasins. Ainsi, l’exposition au Musée Ritterhaus à Offenbourg sur l’une des plus célèbres citoyennes de la ville, l’éditrice Aenne Burda, a été prolongée jusqu’au 21 mars. Cette exposition retrace la vie d’une femme exceptionnelle qui a su se frayer son chemin en construisant l’un des premiers empires médiatiques de l’époque d’après-guerre.

     Oberkirch invite à flâner dans son centre historique et propose des délices gastronomiques, les chemins de randonnée autour de la ville se prêtent également à une belle excursion dominicale. De plus, pour célébrer l’ouverture de la nouvelle médiathèque, une journée portes ouvertes y est également proposée.

Dimanche XXL à Oberkirch et Offenbourg
Les magasins sont ouverts le dimanche entre 13 et 18 heures, tout comme les parkings municipaux.

 

Jogi Löw unterstützt die Sanierung des Freiburger Münsterturms

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(KL – Photo Schleiner + Partner) – Waren das schöne Zeiten! Es war in den 80er Jahren. Der Sportclub Freiburg wollte zum ersten Mal in die Bundesliga, im Sturm wirbelte Samy Sané, die Abwehr hielt Charly Schulz zusammen und im offensiven Mittelfeld zog Jogi Löw die Fäden. Und zwar so erfolgreich, dass der heutige Bundestrainer immer noch die ewige Torschützenliste des Vereins anführt.

     Ähnlich erfolgreich möchte Löw dieses Jahr zwei Projekte gestalten, die ihm natürlich am Herzen liegen. Zum einen will er im Sommer mit einem guten Ergebnis von der WM in Südafrika zurück kommen, zum anderen möchte er dazu beitragen, dass die dringend anstehende Sanierung des „schönsten Turms der Christenheit“, des Turms des Freiburger Münsters, so schnell wie möglich erfolgen kann.

     Denn der Bundestrainer ist heute der Stadt Freiburg ebenso verbunden wie zu damaligen Zeiten – er lebt in der badischen Universitätsstadt und genießt es, in Freiburg ohne Stress er selbst sein zu können.

     Klar – so ziemlich jede Stadt mit einem hohen Kirchturm erklärt diesen zum "schönsten Turm der Christenheit", nur – in Freiburg stimmt das auch! Dieser Turm, der immerhin der erste gotische Turm der Welt ist, muss aber nun saniert werden, nachdem sich vor einigen Jahren ein Maßteil gelöst hatte und herunter fiel. Die nun anstehenden Arbeiten werden voraussichtlich vier Millionen Euro kosten und genau da kommt Jogi Löw ins Spiel. Mit der Aktion „Mein persönlicher WM-Tipp“ wirbt der Bundestrainer dafür, dass die Menschen durch den Versand einer SMS mit dem Inhalt „Turm“ an die Nummer 81190 diese Sanierung mit jeweils 4,99 € pro SMS unterstützen. Im Gegenzug erhalten die SMS-Spender den Klang der Münsterglocken als Klingelton fürs Handy und können sich somit bei jedem ankommenden Anruf als Unterstützer und Freunde des Freiburger Münsters outen.

     Wer mehr über diese Aktion erfahren möchte, kann auf www.wir-bauen-mit.de klicken und wer die Sanierung des Münsters unterstützen möchte, schickt einfach seine SMS mit „Turm“ an die 81190. Um gemeinsam mit Jogi Löw das Freiburger Münster auch für die nächsten Generationen zu erhalten!
 

24 heures pour les droits des enfants à Fribourg

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(KL/CP – photo ekki www.sxc.hu) – Vous connaissez les 24 heures du Mans. Vous connaissez le kilomètre de la solidarité. Vous mélangez les deux et c’est ce qui va se passer les 3 et 4 juillet prochain à Fribourg. Une course de 24 heures ayant pour but de rassembler des dons qui seront ensuite reversés à des projets qui mettent en exergue les droits des enfants.

     Pourquoi vous en parlons-nous déjà maintenant ? Le délai pour proposer des projets visant à promouvoir les droits des enfants expire à la fin du mois. A Fribourg, on a compris que le meilleur moyen d’intégration est l’association des citoyens (et dans ce cas précis, les enfants) aux décisions les concernant. Ainsi, c’est un jury composé d’adultes et d’enfants qui décidera ensemble de l’utilisation des fonds levés en été.

     L’année dernière, une vingtaine de projets a pu ainsi être financée ou co-financée par l’argent récolté lors de cette course à pied de 24 heures. N’ayez crainte, il s’agira d’un effort d’équipe. Personne ne sera autorisé à courir pendant 24 heures. Toutefois, une certaine attitude «sportive» sera bienvenue, chaque kilomètre compte et génère de l’argent pour des projets d’enfants qui auraient du mal à trouver un financement correct par ailleurs.

     Lors des six éditions précédentes, plus de 140 000 € ont pu être distribués, permettant de réaliser de nombreuses actions. Pourquoi vous racontons-nous cette course, chers lecteurs francophones ? Avec leur tradition des courses populaires, les coureurs français pourront apporter leur sportivité, leur expérience, leur générosité et leur solidarité le long des rues de Fribourg pour faire grimper le nombre de kilomètres parcourus. L’appel actuel vise autant des concepteurs de projets pour les droits des enfants que les sportifs qui pourront faire en sorte que les primes tombent massivement dans l’escarcelle d’une bonne cause.

     Pour s’informer et s’inscrire : www.24hlauf-freiburg.de
 

Michael Theurer: Europäische Visionen

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(KL/PZ, Photo KL, Video Remi Boulle) – Michael Theurer, Europaabgeordneter der FDP aus Horb, macht sich für eine neue Euroregion entlang der Donau stark. Diese neue Makroregion, so der Sprachgebrauch in europäischen Kreisen, soll sich über zehn Länder erstrecken, von denen sechs EU-Mitgliedstaaten sind und vier Nachbarn. Diese Donau-Makroregion soll schnell umgesetzt werden – bereits 2011 muss die EU-Kommission ein Konzept vorlegen, wie dieses ambitionierte Vorhaben umgesetzt werden kann. Dabei sprüht Michael Theurer vor Tatendrang und Optimismus: „Man darf bei diesem Projekt nicht die Schwierigkeiten in den Vordergrund stellen, sonst kann man gleich einpacken. Man sollte vielmehr schauen, was in anderen Regionen wie an der Ostsee oder auch am Oberrhein bereits Hervorragendes auf die Beine gestellt worden ist!“. Doch wer die Probleme sieht, die sich in der bilateralen Zusammenarbeit ergeben, kann sich kaum vorstellen, wie zehn Länder unter einen einzigen Hut zu bringen sind.

Für Michael Theurer liegt die Lösung auf der Hand. „Das Instrument des Europäischen Zweckverbands EVTZ sieht keinerlei Beschränkungen vor.“ Das stimmt. Weitere Einwände lässt Theurer nicht gelten. Dazu ist das Potential, das eine solche Makroregion für die europäische Entwicklung darstellen kann, zu wichtig. „Eine solche Region, die von Donaueschingen im Schwarzwald bis ans Schwarze Meer reicht, bietet ungeheuere Möglichkeiten. Nehmen Sie Länder wie Bulgarien und Rumänien, in denen Bedarf nach unserem Know-How besteht, gemeinsam mit EU-Fördermitteln, da kann sich richtig etwas entwickeln!“

Der uralte europäische Handelsweg Donau steht damit vor einer echten ist natürlich ein Renaissance. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs entsteht nun wieder eine direkte Verbindung  vom Oberrhein bis nach Zentraleuropa, was nicht nur für den Handel, sondern auch für die europäische Integration wichtig ist. Wo heute noch Touristenschiffe pendeln, können schon morgen gemeinsame Arbeitsmärkte, nachhaltige Energieprojekte und Synergien in Wirtschaft und Kultur entstehen.

Dass dabei die Bürgerinnen und Bürger nicht zu kurz kommen dürfen, ist für Theurer eine Selbstverständlichkeit. Dabei geht er mit seiner Institution durchaus kritisch ins Gericht: „Wir müssen deutlich besser kommunizieren und brauchen auch das Feedback aus der Zivilgesellschaft.“

Dieser Artikel stellt eine weitere Premiere für 2Ufer-2Rives dar: unser Team hat das Interview mit Michael Theurer im Europaparlament gedreht, wobei die Kamera von unserem neuen Mitstreiter Remi Boulle aus Straßburg geführt wurde. Sie werden zukünftig mehr selbst produzierte Videos von und auf 2Ufer-2Rives sehen! Das ganze Interview mit Michael Theurer sehen Sie hier.
 

«Here Today, Gone Tomorrow»

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(KL/CP – photo Musées de Strasbourg) – L’Alsace ne compte pas des milliers d’artistes de renommée mondiale. L’une de ces vedettes est l’illustrateur et dessinateur Tomi Ungerer, dont le musée se situe dans l’ancienne villa Greiner, près de la place de la République à Strasbourg.

     Après la magnifique exposition consacrée à l’œuvre de Saul Steinberg, le musée Ungerer (Photo) dédie la prochaine à son patron, plus précisément à ses années canadiennes, pays où il a vécu de 1971 à 1975. Du 1er avril au 1er août 2010, les visiteurs pourront y contempler les productions d’une période où Tomi Ungerer était en quête de lui-même. Lorsqu’en 1971, la ville de New York ne leur convinrent plus, Tomi et sa femme s’achetèrent une petite maison à Lockeport en Nouvelle-Ecosse au Canada où l’artiste s’exerça au dessin d’observation. Le leitmotiv de cette exposition se décline autour des deux ouvrages que Tomi a réalisé après son expérience canadienne, «Slow Agony» («Agonie lente») et «Nos années de boucherie».

     Ce titre est assez évocateur, puisque Tomi et sa femme vivaient au Canada aux antipodes de leur vie new-yorkaise. Ils se sont reconvertis en fermiers, élevant oies, lapins, moutons et cochons, apprenant l’abattage, d’où ce titre légèrement sanguinaire. Cependant, Tomi Ungerer ne serait pas lui-même s’il n’avait su transformer cette expérience en œuvres graphiques hilarantes et authentiques. L’exposition est accompagnée de sculptures et de panneaux réalisés en bois de récupération.

     La configuration muséographique est ainsi faite que les visiteurs apprennent d’abord quelques informations essentielles à la compréhension de la vie de la société américaine à la fin des années 60. A l’époque, les Etats-Unis étaient bouleversés par la révolte de la génération d’après-guerre, canalisé par le mouvement des étudiants à l’université de Berkeley en 1965 et qui s’était exprimé dans la protestation contre la guerre du Vietnam. Tomi Ungerer avait d’ailleurs signé quelques-unes des affiches les plus spectaculaires contre cette guerre néo-coloniale. Dans la seconde partie du parcours, les visiteurs se plongeront dans l’univers canadien de Tomi, d’une nature époustouflante, et l’œuvre d’un artiste à la fois révolté, en quête de son propre statut d’artiste et d’être humain.

     Un film réalisé par Percy Adlon en 1974 au Canada, «Landleben» («La Vie à la campagne»), retraçant cette période de l’œuvre de Tomi Ungerer, est diffusé pendant la durée de l’exposition.

     «Here Today, Gone Tomorrow» («Aujourd’hui ici, demain ailleurs») apprendra aux visiteurs non seulement des choses fort intéressantes sur la révolte de la jeunesse américaine jusqu’à ses répercussions en Europe, de mai 68 à Paris, Berlin et autres grandes villes européennes, mais également sur cette période de l’œuvre du grand artiste alsacien et last, but not least, sur Tomi lui-même.

«Here Today, Gone Tomorow»
Du 1er avril au 1er août
Musée Tomi Ungerer – Centre international de l’illustration
2, avenue de la Marseillaise, Strasbourg
Horaires :
Les lundis, mercredis, jeudis et vendredis de 12h à 18h
Les samedis et dimanches de 10h à 18h
Fermé le mardi.

www.musees-strasbourg.org

Liebling, wo warst du denn heute Abend?

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(KL – Photo minuano68 / www.sxc.hu) – So, jetzt wissen wir Bescheid. Die Treue in der Beziehung ist eine wackelige Angelegenheit. Wer diese Erfahrung noch nicht selbst gemacht hat, den klärt nun der Berliner Psychologe Wolfgang Krüger in seinem Buch „Das Geheimnis der Treue“ (Kreuz-Verlag, Freiburg) auf.

     Was er zum Thema „Fremdgehen“ in den letzten Tagen in verschiedenen Interviews und Medienauftritten an Zahlen nannte, dürfte mancher eifersüchtigen Ehefrau den kalten Angstschweiß auf die Stirn treiben. Denn ungefähr 50 % aller Männer gehen im Leben mindestens einmal fremd. Zählen Sie mal im Büro, in der Straßenbahn oder gleich im Fußballstadion ab: „Der ja, der nein, der ja, der nein…“. Die Chancen, dass Ihr Göttergatte Sie betrügt, stehen also bei 50 %.

     Aber kein Grund zum Grinsen, Männer – bei Frauen liegt der Prozentsatz der „Seitenspringerinnen“ nämlich genauso hoch, nach anderen Untersuchungen sogar noch höher als bei Männern. Woran laut der Psychologin Kristina Durante von der Universität Texas in Austin das Hormon Östradiol schuld sein soll. Bei den Frauen ist es also ein Hormon und bei den Männern der Jagdinstinkt. In beiden Fällen eine Art höhere Gewalt. Aber immerhin: so hätte dann auch jeder und jede eine treffliche Begründung für den Ausstieg aus der gegenseitigen Treue.

     Doch dieser Ausstieg hat häufig Konsequenzen. Wolfgang Krüger hat herausgefunden, dass es nur noch bei 12 % aller Seitensprünge um schnellen Sex geht – im 21. Jahrhundert hat der One-Night-Stand offensichtlich an Attraktivität verloren. Heute ist das Ziel beim Fremdgehen bewusst oder unbewusst der Aufbau neuer, zusätzlicher Beziehungen. Der Seitensprung wird zum Test, ob eine neue Beziehung tragfähig werden kann.

     Nach dem Seitensprung kommt die entscheidende Frage. Offen damit umgehen oder den Seitensprung verschweigen? Wer Wert auf Ehrlichkeit legt, sollte es erzählen. Wer Wert auf die Fortführung seiner laufenden Beziehung legt, sollte lieber lernen mit Gewissensbissen zu leben und zu schweigen. Denn in 2/3 aller gebeichteten Seitensprünge gehen die Beziehungen spätestens nach einem Jahr in die Brüche, so die nüchterne Analyse Krügers.

     Das erklärt letztlich auch Krügers Plädoyer für Treue in der Beziehung. Sehr wohltuend und ohne moralischen Zeigefinger ist er der Ansicht, dass Treue eigentlich aus egoistischen Gründen groß geschrieben werden sollte. Als Element einer ruhigen, ausgeglichenen und stressfreien Beziehung. Was allerdings voraussetzt, dass diese Treue von beiden Seiten gelebt wird. Womit wir dann wieder bei der 50-50-Chance wären. Bei zwei Menschen in einer Beziehung liegt damit zumindest die statistische Wahrscheinlichkeit, dass jemand in dieser  Beziehung fremdgeht, irgendwo zwischen ziemlich hoch und 100 %. Vielleicht gibt es doch Dinge, die man eigentlich gar nicht wissen will…